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letzte Aktualisierung 24.04.2017
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Berufsbild des Arbeitserziehers
Sie können Sich auf dieser Seite über das Berufsbild des Arbeitserziehers informieren. Weiterbildungsmöglichkeiten  Weiterbildungsmöglichkeiten für Arbeitserzieher finden Sie hier.
Anmerkung: Die "männliche" Schreibweise dient der leichteren Lesbarkeit und sollte geschlechtsneutral betrachtet werden.

 
Was ist ein Arbeitserzieher?
Wenn Sie sich die Berufsbezeichnung genauer anschauen, finden Sie zwei wesentliche Begriffe (Erzieher & Arbeit) die den Beruf schon fast erklären:

Ein Arbeitserzieher erzieht / fördert einen Menschen mit Hilfe des Mediums Arbeit.


 
Aufgabe eines Arbeitserziehers
Der Berufsverband der Arbeitserzieher beschrieb die Aufgaben so:

Zitat des Berufsverbandes: "Aufgabe der ArbeitserzieherInnen ist es, die Vermittlung zwischen sich oftmals widerstrebenden Interessen zu leisten. D.h. Arbeitserzieherinnen müssen einerseits Bedürfnisse, Erwartungen, Begabungen, Fähigkeiten und Kenntnisse der ihnen anvertrauten Menschen kennen bzw. beurteilen können und andererseits tätigkeitsbezogene Anforderungen, Belastungsfaktoren und dergleichen von Arbeiten und Arbeitsplätzen einschätzen, um eine gelingende Zuordnung leisten zu können. In Sonderfällen müssen Arbeitsplätze für behinderte Mitarbeiter speziell entwickelt, "erfunden", werden. ArbeitserzieherInnen erschließen mithin behinderten Menschen einen Lebensbereich, der von zentraler sozialer Bedeutung ist. Die soziale Umgebung des Arbeitsplatzes eröffnet für den Behinderten den Zugang zu einer Vielzahl von sozialen Erlebnissen, die aufgrund von Behinderungen ansonsten nicht oder nur eingeschränkt erlebbar wäre.

Der Lebensbereich Arbeitsplatz könnte ohne arbeitserzieherische Förderung von vielen behinderten Menschen nicht "betreten" werden.

Pädagogisches Ziel in diesem Förderprozeß ist, daß behinderte Menschen in zunehmendem Maße sowohl an ihrem Arbeitsplatz als auch in ihrem alltäglichen Leben Eigeninitiative entwickeln können. Hierzu werden ihnen Fähigkeiten und Kenntnisse des technischen und des lebenspraktischen Bereiches vermittelt.

Eine angemessene Selbständigkeit am Arbeitsplatz und die selbständige Gestaltung des eigenen Lebens des Betreuten wird angestrebt. Abhängigkeit gegenüber ArbeitserzieherInnen sollten ausgeschlossen bzw. möglichst gering gehalten werden.

ArbeitserzieherInnen arbeiten also in einer Umgebung, auf die sie in hohem Maße gestalterischen Einfluß ausüben können, sollen und müssen. Arbeitserziehung ist ein sehr vielseitiges Berufsfeld, dessen hohe Anforderungen an Berufsethos und Engagement hier nur in groben Zügen skizziert werden können."




 
Kompetenzen des Arbeitserziehers
Der Berufsverband der Arbeitserzieher beschrieb die Kompetenzen so:

Zitat des Berufsverbandes:

"Berufliche Fachkompetenz aus dem Grundberuf

Die technische, handwerkliche, hauswirtschaftliche, landwirtschaftliche oder kaufmännische, in einem anerkannten Ausbildungsberuf absolvierte Ausbildung bildet den wichtigen Grundstein von ArbeitserzieherInnen.Die fachliche Fähigkeiten, die gelernt wurden, sind Grundlage seiner Arbeit. Darüber hinaus haben sich ArbeitserzieherInnen aber auch Fähigkeiten in der Praxis erworben, die über das reine Fachwissen hinausgehen und sie auszeichnen.

Diese Kompetenzen sind
- Flexibilität
- Übergreifendes Denken
- Berufserfahrung
- Praxisgerechtes Denken
- Kreativität
- Verantwortungsbewußtsein

Um ihr Fachwissen optimal in der Betreuung bei Behinderten, Kranken, psychisch Erkrankten, alten Menschen usw. einzetzen zu können, sind ArbeitserzieherInnen bereit, in einer weiteren Ausbildung sich die notwendigen Kompetenzen anzueignen, die sie für diesen Beruf befähigen.

Die nachfolgend aufgeführten Kompetenzbereiche sind Ausbildungs- inhalte, werden aber im beruflichen Alltag unterschiedlich gewichtet.


Die dazugewonnen Kompetenzen sind:

Pädagogische Fachkompetenz
  • Schaffung eines positiven Arbeitsklimas
  • Förderung von Arbeitstugenden wie Sorgfalt, Sauberkeit,
  • Ausdauer,Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Zielstrebigkeit usw.
  • Änderung des Sozialverhaltens
  • Förderung der Betreuten in ihrer Gesamtpersönlichkeit
  • Beurteilung der Gruppenmitgliedes nach vorliegenden Beobachtungskriterien und Umsetzung der daraus resultier- enden Erkenntnisse in die tägliche Arbeit.
  • Mitwirkung bei der Erstellung von Entwicklungsberichten
  • Hilfestellung geben bei persönlichen Problemen
  • Durchführung von Freizeitaktivitäten wie Sport, Feste und Ausflüge, Freizeiten und verschiedene Kreativangebote (begleitende Maßnahmen)
Förder-Kompetenz

Im Arbeitstrainigsbereich von Werkstätten wird - Arbeitstraining - berufliche Bildung durchgeführt.

  • Kenntnisstand der Einzelnen ermitteln durch Tests oder Standardarbeiten
  • Einführung in die Arbeitswelt mit ihren eigenen Gegebenheiten
  • Erstellung und Durchführung von Förderplänen
  • Erstellung und Durchführung von Übungsarbeiten
  • Erstellen von Unterlagen, die die durchgeführten Maßnahmen nachvollziehbar machen und Beurteilungen und Ergebnisse enthält
  • Durchführung von theoretischem und praktischem Unterricht
  • Erstellen von Versetzungsplänen in die Arbeitsgruppen der Werkstatt zur Durchführung von Praktikas
  • Durchführung von Auftragsarbeiten in sinnvollen Kleinserien
  • Begleitende Maßnahmen durchführen
Lebenspraktische- und pflegerische Fachkompetenz

Z.B. Förder- und Betreungsgruppen

  • Durchführung lebenspraktischer Förderung
  • Durchführung der notwendigen Pflege
Ausbildungskompetenz
  • Durchführung von Berufsfindungsmaßnahmen
  • Durchführung der Berufsausbildung nach den Bestimmungen des Berufsbildungsgesetzes oder der Handwerksordnung und die daraus resultierende Kenntnis- und Fertigkeitsvermittlung
  • Entscheiden können, ob ausbildungsbegleitende Hilfen angeboten werden müssen.
  • Vorbereitung und Durchführung des fachpraktischen Unterrichtes
  • Ausarbeiten von adäquaten Übungsarbeiten
  • Vorbereitung und Durchführung von Prüfungen
  • Die betreffenden Belange im Teamgespräch (Entwicklungs- gespräch) vertreten.
  • Konsequente Umsetzung von Neuerungen auf dem Gebiet der Ausbildung, Technikentwicklung sowie Umwelttechnik und Recycling
  • Mithilfe bei der Arbeitssuche
Umschulungskompetenz
  • Durchführung von Umschulungen nach Paragraph 48 BBiG
  • Durchführung von Berufsfindung, Arbeits- und Belastungs- erprobung
  • Durchführung von Berufsvorbereitung - Unterweisung in Theorie und Praxis
  • Ermittlung des Kenntnisstand des Rehabilitanten im kognitiven, manuellen und sozialen Bereich
  • Erstellen von Arbeitserprobungs- und Entwicklungsberichten
  • Durchführung von theoretischen und fachpraktischem Unterricht mit dem Ziel, berufsspezifische Kenntnisse im Rahmen einer Berufsvorbereitung zu erweitern und vertiefen. Eingehende Berufs- und Arbeitsplatzinformation, - vermitteln ausbildungsbegleitender Maßnahmen (Stützkurse, Entspannungs- angebote)
  • Laufende und abschließende Beurteilungen während der Reha- Maßnahme erstellen
  • Einweisung und Benutzung an computerunterstützenden Lernprogrammen
  • Erstellung von Hilfsmitteln, um individuelle Defizite des Einzelnen auszugleichen.
Arbeitstherapeutische Kompetenz

Bei der Arbeit mit Suchtkranken wird "Arbeit" als "therapeutisches Mittel" eingesetzt (vgl. Psychisch Kranke).

  • Regeln und Techniken der Arbeitswelt neu vermitteln, um den Patienten selbständiger, belastungsfähiger, flexibler zu machen.
  • Förderung von Patienten, die keinen Beruf erlernt haben.
  • Darbieten neuer Berufsfelder
  • Durchführung sämtlicher Arbeiten, die mit der Auftragsab- wicklung von Klein- und Großserien notwendig sind
  • Hilfen zur Persönlichkeitsveränderung nach/in Suchttherapien
  • Training des Durchhaltevermögens und der Durchsetzungs- fähigkeit.
  • Durchführung von Gesprächen als zentraler Mittelpunkt in der Therapie, daß sich durch allen Ebenen hindurchzieht.
Therapeutische Fachkompetenz
  • Arbeitsdiagnostik: Erstellen einer Berufs- und Arbeitsanamnese
  • Durchführung von Probearbeiten zur Feststellung von Funktionsdefiziten
  • Differenzierte arbeitstherapeutische Therapieplanung, Zielkontrolle und Dokumentation des Therapieverlaufes darstellen
  • Ausgestaltung arbeitstherapeutischer Förder-, Trainings- und Produktionsgruppen
  • Möglichkeiten der Arbeitsvermitllung ausloten
  • Nachbetreuung einleiten
Sozialkompetenz
  • Erkennen von Rollenkonflikten in Arbeitsgruppen
  • Wissen von der Notwendigkeit von multifunktionalen Teams und deren Umsetzung
  • Wissen über die Zusammenhänge innerhalb der Sozialarbeit und deren Eingebundensein in unsere Gesellschaft
  • ArbeitserzieherInnen müssen sich den Betreuten zur Verfügung stellen, damit sie sich an ihm und im Umgang mit ihm trainieren können

.......Zitat Ende"



 
Arbeitsgebiete des Arbeitserziehers
Der Berufsverband der Arbeitserzieher beschrieb die Arbeitsgebiete so:

Zitat des Berufsverbandes:

"ArbeitszieherInnen sind in allen Bereichen einzusetzen, in denen arbeitserzieherische oder arbeitstherapeutische Aufgaben notwendig sind.

Diese Einsatzgebiete sind:
  • Werkstätten für Behinderte
  • Werkstätten für Sinnesbehinderte
  • Einrichtungen der Psychiatrie
  • Einrichtungen für Wohnungslose
  • Berufsbildungswerke (BBW)
  • Berufsförderungswerke (BfW)
  • Einrichtungen der Geriatrie
  • Einrichtungen der Suchtkrankenhilfe
  • Einrichtungen des Strafvollzuges
  • Einrichtungen der Jugendhilfe

Darüber hinaus finden ArbeitserzieherInnen immer mehr ihre Tätigkeitsfelder in Projekten für Langzeitarbeitslose, jugendliche Arbeitslose ohne berufliche Bildung wie auch Personen aus dem zweiten oder dritten Arbeitsmarkt.

Zusammenarbeit mit anderen Fachdiensten - multifunktionales Teams

ArbeitserzieherInnen sind Fachkräfte auf ihrem Beruf, die die Aufgaben in ihrem Bereich eigenverantwortlich und selbständig durchführen.

Um eine optimale Förderung der Betreuten zu gewährleisten, ist eine interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderem Fachberufen wie Beschäftigungs-und Arbeitstherapeuten, Heilerziehungspflegern, Heimerziehern, Sozialarbeitern, Psychologen, Medizinern usw. unerläßlich."